Das Feuerrad

Ein uralter Brauch hat sich in Langenthal über einen sehr langen Zeitraum gehalten:
Das Hinablassen des Feuerrades am Fastnachtdienstag - ein uralter Brauch - bis zum heutigen Tag.
Der Winter sollte damit vertrieben und die Fruchtbarkeit der Felder gefördert werden.
Da früher auch hier und da der Aberglaube spukte, setzte man das Feuerrad auch gegen böse Geister
und Dämonen ein. Heutzutage jedoch, da kaum mehr jemand an böse Geister und dergleichen glaubt,
ist das Zu-Tal-Rollen eines Feuerrades gerade in Langenthal ein schön anzuschauendes Spektakel und
Vorwand für eine kleine Feier.

Die Herstellung des Rades

Zur Fortbewegung des Feuerrades dient ein frisch geschlagener Fichtenstamm mit einer Länge
von ungefähr 15 Metern, der durch die Nabe des Rades geführt wird. Das Rad selbst besteht
aus einem Eisengerippe, welches speziell für diesen Anlaß gefertigt wurde.

Zum Füllen dieses Eisenrades werden ca. 400 bis 500 kg Stroh benötigt, das am frühen Nachmittag
von den Kindern des Ortes getrippelt wird; d. h. die Kinder hüpfen auf dem locker ausgebreiteten
Stroh herum bis es geschmeidig genug für die Verarbeitung ist. Anschließend wird das weiche Stroh
zu etwa 3 - 5 m langen Zöpfen gedreht, die durch die Speichen des Eisenrades geflochten werden,
bis das Rad von 1,5 m Durchmesser vollständig ausgefüllt ist. Somit ist der Sockel für eine hohe
Festigkeit im Innern des Rades gelegt und die Männer beginnen damit, das Stroh büschelweise
mit speziellem Draht auf das soweit vorbereitete Rad aufzubinden bis dieses einen Durchmesser
von ca. 2,50 m erreicht.

Nun ist das Rad fertiggestellt und wartet darauf, gegen 20.00 Uhr entzündet und zu Tal geführt zu werden.
Außerdem werden runde Drahtgestelle mit Stroh ausgefüllt, die am Abend ebenfalls brennend von
kräftigen Burschen über Kopf geschwungen werden und sich somit für den Betrachter ein eindrucksvolles
Bild darbietet.

Langenthal hat seinen Brauch bewahrt und hegt ihn mit Freude und Stolz, ein Beispiel für Pflege
überkommender Kultur und Naturverbundenheit seiner Bewohner.